NRZ, 20.08.2026, Moers
Das Höfefestival startet zum sechsten Mal. In gemütlicher Atmosphäre können Besucherinnen und Besucher Konzerte genießen. (Archivbild)
Es werden kostenlose Konzerte geboten und es gibt Einblicke in die Kultur und die Geschichte.
Höfefestival geht in die sechste Runde
Moers/Kamp-Lintfort/Neukirchen-. Vluyn. Der Sommer klingt aus – aber es klingt schon in den Ohren: das Höfefestival. Rüdigers Hofmusik lädt wieder zum kostenlosen Genuss auf Höfen des Kreises ein, zum sechsten Mal mittlerweile. Mit allen Sinnen kann man vom 23. August bis zum 6. September wieder Kultur in traumhaftem Ambiente genießen. Gleichzeitig kann man einen kleinen Einblick in die Geschichte des jeweiligen Hofs bekommen und Kultur einatmen.
Eva Arndt
Initiator Rüdiger Eichholtz vom Verein Kulturprojekte Niederrhein hat wieder alles gegeben, um ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen. Wer nicht nur der Musik lauschen, sondern sich auch sportlich betätigen möchte, für den gibt es noch die Wandertouren an Samstagen mit Musik von einem Hof zum anderen: am 29. und 30. August und ein weiteres Mal am 5. September
„Es hat sich eine geniale Aufteilung für die Konzerte ergeben. Rechtsrheinisch finden sie vor den Sommerferien statt, linksrheinisch nach den Ferien. „Vermittelt wird durch die außergewöhnlichen Spielorte viel mehr als Musik“, betont Rüdiger Eichholtz. „Man sieht, dass die alte Kultur der Höfe, die ja viel älter ist, als die Industriekultur, weiterlebt und bekommt einen Einblick in das Leben dieser Region, wie es schon vor hunderten von Jahren stattgefunden hat.“
Natürlich hat sich vieles geändert. Wie beispielsweise der Anbau von Getreide und anderen Produkten, die für unsere Lebensmittel wichtig sind. Aber es gibt sie zum Glück noch – die alten Höfe, die einen ganz besonderen Charme haben. Charmant ist auch, dass die Veranstaltungen bei jedem Wetter stattfinden. Dann spielen die Bands auf den Höfen geschützt, aber auch die Gäste können sich ein lauschiges Plätzchen suchen, um im Trockenen die Veranstaltung genießen zu können.
Romantische Kulissen
Los geht‘s am Sonntag, 23. August, um 18 Uhr im Schirrhof in KampLintfort. Da gibt‘s Tanga Elektra mit Dvora Davis, Johannes Bär und André Meisner. In Moers kann man Rüdigers Hofmusik am Dienstag, 25. August, um 20 Uhr auf dem Ueltgesforth Hof genießen. Die Seniorin Margret Ueltgesforth hat vor Jahren mit ihrer Tochter Maren den Hof anders aufgestellt als früher. „Wir sind ein Pferdehof, der Privatbesitzern Boxen für die Tiere vermietet und haben landwirtschaftliche Flächen, auf denen Futter für die Tiere wächst“, erklärt Margret Ueltgesforth.
Man sieht, dass die alte Kultur der Höfe, die ja viel älter ist, als die Industriekultur, weiterlebt und bekommt einen Einblick in das Leben dieser Region, wie es schon vor hunderten von Jahren stattgefunden hat.
Rüdiger Eichholtz
Initiator vom Verein Kulturprojekte Niederrhein
Die Besitzer sind froh, dass sie den Spagat zwischen Landwirtschaft und Veranstaltungsort geschafft haben. Denn die romantischen Räumlichkeiten mit einem Wintergarten, in dem wilder Wein wächst, werden an Gesellschaften vermietet, die dort feiern wollen.
Die Bezirksregierung Düsseldorf unterstützt Rüdigers Hofmusik finanziell, als kulturelle Events. „Etwas tragen auch die Städte, in denen die Veranstaltungen stattfinden, dazu bei“, teilt Rüdiger Eichholtz mit, der am Schluss der Veranstaltungen immer mit einem Hut herumgeht und um Spenden bittet. „Zehn bis 20 Prozent der Gesamtkosten bekommen wir auf diese Weise zusammen“, freut er sich.
In Neukirchen-Vluyn geht es am 26. August um 20 Uhr auf dem Buschmannshof weiter. Auf beiden Höfen wird Pop in neuem Gewand zu hören sein. Vielgehörtes kommt in neuem Kostüm daher. „Wir wollen dem Publikum einen musikalischen Hochgenuss bereiten“, verspricht Johannes Bär, der ein Universalmusiker ist und außer Trompete und Alphorn noch viele andere Instrumente spielt.
Am Freitag, 28. August, kann man in Moers im Weber‘s Hof Kultur und Ambiente mit dem Oddgeir Berg Trio genießen und am Samstag, 29. August, gibt es dasselbe Highlight um 19 Uhr auf dem Ramkershof in Kamp-Lintfort. Am 1. September geht‘s gleich noch einmal um 20 Uhr in Kamp-Lintfort weiter. Dieses Mal bei Grote Schroers mit Jo Aldingers Downbeatclub.
Die Bewohner aus NeukirchenVluyn können sich am 3. September um 20 Uhr im Springenhof einfinden, wenn sie in romantischer Kulisse Synkope hören wollen. Einen Tag später, am Freitag, 4. September, gibt es im Nimmendohrs Hof in Kamp-Lintfort – ebenfalls um 20 Uhr – Musik, auch von Synkope.
„Wir sind sehr froh, dass es durch die Hofmusik für Menschen aus den Städten möglich ist, die noch erhaltenen Höfe in der Region kennenzulernen“, erklärt der Initiator der außergewöhnlichen Veranstaltungen. „Aber, wenn dann ein Landwirt vom Trecker ruft, er sei schon bei der Hofmusik auf fünf Höfen gewesen, dann macht einen das auch glücklich“, sagt der Kulturschaffende.
Insgesamt 25 Höfe im Kreis machen mittlerweile mit. Es gibt auch in anderen Städten wie Kleve, Xanten, Sonsbeck, Alpen und Rheinberg Hofmusik. Ausführliche Informationen über die Veranstaltungen in den 14 Tagen bekommt man auf der Seite Kulturprojekte Niederrhein.





