KULTURPROJEKTE NIEDERRHEIN E.V. /// FÖRDERUNG REGIONALER VERNETZUNG AM NIEDERRHEIN

SCHON DABEI?

NRZ, 06.03.2026, Neukirchen-Vluyn

Auch der Eingang des Klingerhufs soll saniert werden. © FUNKE Foto Services | Rainer Hoheisel

 

Klingerhuf in Neukirchen-Vluyn: Das wird jetzt auf dem Gelände entstehen

Neukirchen-Vluyn. Die Pläne für die neue Nutzung der Anlage am Klingerhuf sind da. Was Stadt und Vereine vorhaben und wie sich Interessierte einbringen können.

Von Anika Bloemers

Nahrungswald, Veranstaltungsraum, Mini-MINT-Lab und viel mehr: Die Pläne für die neue Nutzung des Geländes an der Kampfbahn Klingerhuf sind vielschichtig und weitgreifend. „Das ist eine Riesenmöglichkeit hier, ein tiefgreifendes Projekt mit ganz großem gesellschaftlichem Potenzial“, sagte Bürgermeister Dirk Schauenberg bei der Vorstellung. „Die Chance, hier etwas Besonderes entstehen zu lassen, darf man sich nicht entgehen lassen.“ Die ersten Schritte dazu sind bereits getan, mit der Gründung des Trägervereins „Freiraum Klingerhuf“ beginnt nun eine dreijährige Testphase, in der Zuständigkeiten und Aktivitäten erprobt werden sollen.

„Die wichtige DNA des Geländes soll dabei erhalten bleiben“, so Schauenberg. Ziel sei es daher, eine Gemeinschaft aufzubauen, die den Freiraum Klingerhuf gemeinsam wachsen lasse. Die Ideen, wie das geschehen soll, sind vielfältig, das Gelände mit über 30.000 Quadratmetern riesig. Gründungsmitglieder des Trägervereins sind der Verein Permakultur Niederrhein, die Stadt Neukirchen-Vluyn, die Hochschule Rhein-Waal und der Verein Kulturprojekte Niederrhein.

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Unter Vorsitz des Bürgermeisters Dirk Schauenberg stellten die Mitglieder des neuen Trägervereins die Pläne für den
Klingerhuf vor. © FUNKE Foto Services | Rainer Hoheisel


Im Nahrungswald soll bald selbst gepflanzt und geerntet werden

Größtes Projekt: Der etwa 5000 Quadratmeter große Nahrungswald, der auf dem ehemaligen Rasenplatz und den Rasenflächen am Ascheplatz entstehen soll. Hier hat sich die Natur ohnehin schon viel Raum zurückerobert. Große und kleine Bäume, Sträucher, Obstbäume, Wurzelgemüse und mehr sollen hier gepflanzt und später auch selbst geerntet werden. Der Verein Permakultur Niederrhein übernimmt hierbei die Federführung. Lehrpfade, Gewächshäuser und Tiny Houses sind ebenfalls Ideen für den Außenbereich.

Im ehemaligen Vereinsheim hat sich schon in den vergangenen Wochen viel getan. Eine Gruppe von vier engagierten jungen Menschen aus Neukirchen hat sich an den Wochenenden ehrenamtlich um die Entrümpelung und Reinigung des Gebäudes gekümmert. „Wir alle haben tolle Erinnerungen an die Zeit hier auf der Anlage“, erzählt Michelle Gaflick. Daher sei für sie alle schnell klar gewesen, dass sie mit anpacken wollen. Seit Anfang Januar räumten sie den Keller leer, rissen Böden und Küchen heraus, putzten, reinigten Dachrinnen, sortierten Schlüssel und vieles mehr. Auf 800 Quadratmetern gab es genug zu tun. „Wir möchten wirklich, dass die Gaststätte ein Ort für alle wird, für Jung und Alt“, sagt Michelle Gaflick.

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Auf dem ehemaligen Rasenplatz soll ein Nahrungswald enstehen. © FUNKE Foto Services | Rainer Hoheisel

Im ehemaligen Vereinsheim finden schon Jazzkonzerte statt

Schon jetzt ist wieder Leben in den Räumen. Regelmäßig finden hier derzeit Konzerte statt, organisiert vom Kulturbeauftragten der Stadt, Rüdiger Eichholtz, und dem Verein Kulturprojekte Niederrhein. „Jazzraum im Klingerhuf“ heißt die Reihe. Viele weitere Nutzungen sind denkbar und das Interesse der Bürger ist bereits da: Koch- und Yogakurse, private Feiern, eine wiederbelebte Kneipe und mehr stehen zur Debatte.

Ebenfalls im ehemaligen Vereinsheim werden die „Young Creatives“ der Hochschule Rhein-Waal mit ihrem Mini-MINT-Lab angesiedelt. Als außerschulischer Lernort soll er Kindern und Jugendlichen mit 3D-Druckern und Mikrokontrollern einen Raum bieten, sich naturwissenschaftlich auszuprobieren – irgendwann auch unter Einbeziehung des Außenbereichs.

Kampfbahn Klingerhuf: Heimatverein will Eingangsportal restaurieren

Der Klingerhuf, erklärt Wirtschaftsförderin Ulrike Reichelt, lebt schon jetzt von den Ehrenamtlern, die sich engagieren, egal, ob als Fördermitglied mit einem Mitgliedsbeitrag oder mit aktiver Hilfe. Neben den jungen Leuten, die das Vereinsheim auf Vordermann gebracht haben, wollen sich auch der Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen und die Schlosserkameradschaft einbringen. Das Eingangsportal mit dem legendären Schriftzug „Kampfbahn Klingerhuf“ soll restauriert, Graffiti entfernt und die Tore wieder geöffnet werden.

„Ist die dreijährige Testphase beendet, sollen das Vereinsheim und die umliegenden Gebäude mit Mitteln aus der Städtebauförderung saniert werden“, so Reichelt, die auch im Vorstand des Trägervereins sitzt. Schon ab dem 1. April soll der Förderantrag für das Programm „Grüne Infrastruktur“ bewilligt werden. Die Pflanzung des Nahrungswaldes, Bildungsaktivitäten sowie eine Projektmanagementstelle würden dann zu 90 Prozent gefördert, zehn Prozent sollen durch Eigenleistung gestemmt werden.

Bedeutung der Anlage soll hervorgehoben werden

Wichtig ist allen Akteuren, auch die Historie des besonderen Ortes in Ehren zu halten. Die 1950/51 als Gesamtstadion erbaute Kampfbahn Klingerhuf wurde für Feldhandball und Fußball genutzt, zu Spitzenzeiten kamen 20.000 Zuschauer. Mit dem Bergbau bestand eine enge Bindung, das Bergwerk Niederberg sponserte die Vereine, Bergmänner, die nicht einfahren konnten, verrichteten auf der Anlage leichtere Arbeiten. Wer aus den vergangenen Jahrzehnten Fotos vom Klingerhuf hat, kann sich bei Ulrike Reichelt oder beim Heimatverein melden. Diese sollen eventuell ausgestellt werden. Wer sich einbringen möchte, meldet sich ebenfalls bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.




KONTAKT
Kulturprojekte Niederrhein
Rüdiger Eichholtz
Ackerstraße 175
D-47447 Moers
+49 177 203 52 77
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