KULTURPROJEKTE NIEDERRHEIN E.V. /// FÖRDERUNG REGIONALER VERNETZUNG AM NIEDERRHEIN

SCHON DABEI?

RP, 08.03.2026, Neukirchen-Vluyn

Auf dem Gelände der alten Kampfbahn soll der Freiraum Klingerhuf entstehen. Foto: Norbert Prümen

 

Verein entwickelt ehemaligen Sportplatz in Neukirchen-Vluyn zum Begegnungsort

Kampfbahn Klingerhuf

Aus 30.000 Quadratmetern Brachfläche entsteht auf der alten Kampfbahn der Freiraum Klingerhuf für Vereinsleben, Kurse und Konzerte. Das ist der Stand der Planung.

Von Sabine Hannemann

Für Bürgermeister Dirk Schauenberg ist klar: Das Projekt an der ehemaligen Kampfbahn Klingerhuf im Ortsteil Neukirchen ist komplex und zugleich tief. „In jedem Fall mehr als ein Apfelbaum. Eine Chance, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen. Wir haben riesige Möglichkeiten“, sagte er beim Treffen vom Trägerverein Freiraum Klingerhuf und den beteiligten Akteuren.

Innovative Projektidee

Zum Hintergrund: Nach dem Weggang der Fußballer und dem Wegzug der Tanzschule Beckers nach Stenden lag die ehemalige Kampfbahn Klingerhuf mit mehr als 30.000 Quadratmetern Fläche und 800 Quadratmetern Gebäudefläche brach. Schon früh entstand die Idee, gemeinsam mit dem Verein Permakultur Niederrhein eine innovative Projektidee konzeptionell zu entwickeln.

2023 stimmte der Rat zu, ein „Reallabor Permakultur Klingerhuf“ zu schaffen. Im Januar 2026 wurde der Trägerverein Freiraum Klingerhuf gegründet. Seine Aufgabe besteht auch darin, Initiativen und Aktivitäten zu bündeln und zu koordinieren.

Griffiger Name

„Wir sind komplex gestartet“, ergänzte Wirtschaftsförderin Ulrike Reichelt zur dreijährigen Testphase. Zu den ersten Schritten gehöre, den eher sperrigen wie erklärungsbedürftigen Begriff „Permakultur“ griffiger zu machen. „Mit dem Namen ‚Freiraum Klingerhuf‘ setzen wir richtige Assoziationen und persönliche Vorstellungskraft frei. Der Name Freiraum ist erklärend.“

Unterschiedliche Akteure

Mit im Vereinsboot sind die unterschiedlichen Akteure. Die Schlosserkameradschaft und der Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen kümmern sich um die Restaurierung des historischen Eingangsportals zur Kampfbahn. Die Hochschule Rhein-Waal ist mit Young Creatives, vertreten durch Kathrin Smolarczyk, beteiligt und plant eigene Projekte vor Ort, etwa die MINT-Bildung bei Kindern.

Kreatives und kollaboratives Arbeiten

„Konkret geht es um kreatives und kollaboratives Arbeiten, das sich an der Kultur der Maker-Bewegung orientiert“, erläutert Kathrin Smolarczyk. „Mit 3D-Druckern und Mikrocontrollern können eigene Ideen schnell umsetzbar und greifbar werden. Entscheidend ist, dass junge Menschen hier nicht nur Technik ausprobieren, sondern über längere Zeit an eigenen Projekten wachsen und Selbstwirksamkeit erleben.“ Die Young Creatives begleiten den Aufbau und Betrieb des Labs sowohl fachlich als auch didaktisch. Für die Einrichtung stehen Fördermittel in Aussicht.

Konzertplanung mit Freiraumjazz

Rüdiger Eichholz, städtischer Kulturbeauftragter, hat die Konzertplanung mit Freiraumjazz abgeschlossen. Erste Konzerte fanden bereits statt. Konzertorte sind sowohl draußen wie im ehemaligen Tanzsaal. „Wir haben uns lokale Player gesucht, die einzelne Projektbausteine im Verein übernehmen und gestalten“, sagt Christopher Henrichs vom Vorstand des Trägervereins. Erklärtes Ziel sei die Förderung von Gemeinschaft und Ehrenamt, Biodiversität und Ernährungsbewusstsein, Forschung, Kunst, Kultur sowie Heimatpflege und Tradition.

Ehrenamtliche Engagement

Voraussetzung für das Projekt war allerdings das ehrenamtliche Engagement von Michelle Gaflick, die mit Freunden über Wochen das Vereinshaus vom Keller bis zum Dach entrümpelte, Wände scheuerte und für die räumliche Nutzung vorbereitete. „Wir wollen generationenübergreifend etwas bewirken und den Charme des Gebäudes erhalten“, so Gaflick. „Man sieht, dass man etwas daraus machen kann, und dann ist man einfach dabei.“

Quizabende, Yoga, Lesungen

Geplant sind in der ehemaligen Kneipe Quizabende, die Nutzung des Saals für Gymnastik, Yoga, Chorproben, Lesungen, Diskussionsrunden oder Mitgliederversammlungen. Zu den weiteren Schritten gehört, die Küche mit neuen Küchenmöbeln auszustatten, um den örtlichen Kochgruppen und anderen Institutionen Räumlichkeiten zu geben.

„Es geht uns darum, das offene Konzept nach außen zu kommunizieren und Leute dafür zu interessieren“, so Eichholtz. Das Gebäude Klingerhuf mit seiner attraktiven Gaststätte und den Räumlichkeiten soll, so die Grundidee des Trägervereins, soll für alle nutzbar und ein Ort der Begegnung sein.

Pläne für die Außenfläche

Auch für die Außenfläche sind die Pläne konkret. Die ehemaligen Aschenplätze könnten für Konzerte genutzt werden, so Reichelt. Flaggschiff im Außenbereich ist die Anlage eines Nahrungswaldes. Bis zu 5000 Quadratmeter sollen in den kommenden drei Jahren mit Beeten, Gewächshäusern und Lehrpfaden angelegt werden. Gepflanzt werden Obstbäume, Sträucher und saisonales Gemüse. Für die Umsetzung hat die Hochschule Rhein-Waal im Dezember 2025 einen Förderantrag gestellt, eine Bewilligung sei für den 1. April in Aussicht gestellt, heißt es. Gefördert werden 90 Prozent, der Rest soll durch Eigenleistung gestemmt werden.

Spendenkonzept angedacht

Beantragt sind die Pflanzung des Nahrungswaldes, Bildungsaktivitäten sowie eine Projektmanagementstelle für den Förderzeitraum von zweieinhalb Jahren. „Der essbare Permakulturpark soll als Forschungsort und Ort für Umweltbildung dienen, aber auch Gemeinschaftskultur und Begegnung fördern“, ergänzt Henrichs. Angedacht ist auch ein Spendenkonzept, bei dem Paten Anteile an der Fläche erwerben. Das Projekt setzt auf Ehrenamtliche.

(sabi juha )




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